Post-hoc-Tests und Alpha-Inflation

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Post-hoc-Tests und Alpha-Inflation

Beitrag  Anny am So März 20, 2011 7:24 pm

Hallo ich habe noch ein paar Fragen zur Varianzanalyse:

1.Zur Kontrastkodierung:
Ich habe mir aufgeschrieben, dass die Kontrastkodierung immer inhaltlich gerichtet und statistisch ungerichtet ist. Warum ist sie denn statistisch ungerichtet, wir schauen doch Fkrit 1-Alpha nach und nicht Alpha/2. Ist das vielleicht so, weil beim Kontrastvektor das Vorzeichen egal ist? Könnten wir nicht inhaltlich auch eine ungerichtete Hypothese haben, als z.B. Therapieform 1 und 2 unterscheiden sich von Therapieform 3?
Außerdem würde ich gerne wissen weshalb wir immer nü1=1 haben, wenn wir Fkrit nachschauen?

2. Zum Scheffé-Test: Testen wir immer inhaltlich ungerichtet oder geht das auch gerichtet?

3. Und noch eine Frage zur Alpha-Inflation:
Bei der einfaktoriellen ANOVA haben wir ja keine Alpha-Inflation im Gegensatz zu multiplen t-Test, da wir alle Tests sozusagen gleichzeitig in einer ANOVA rechnen. Weshalb haben wir denn dann bei einer mehrfaktoriellen ANOVA Alpha-Inflation und müssen eine Bonferoni-Korrektur machen? Ist das so, weil wir auch mehrere Hypothesentests rechnen für jeden Haupteffekt und alle Wechselwirkungen?

Gruß
Anny

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Re: Post-hoc-Tests und Alpha-Inflation

Beitrag  daniel am Do März 24, 2011 6:40 pm

Anny schrieb:
1.Zur Kontrastkodierung:
Ich habe mir aufgeschrieben, dass die Kontrastkodierung immer inhaltlich gerichtet und statistisch ungerichtet ist. Warum ist sie denn statistisch ungerichtet, wir schauen doch Fkrit 1-Alpha nach und nicht Alpha/2. Ist das vielleicht so, weil beim Kontrastvektor das Vorzeichen egal ist? Könnten wir nicht inhaltlich auch eine ungerichtete Hypothese haben, als z.B. Therapieform 1 und 2 unterscheiden sich von Therapieform 3?
Außerdem würde ich gerne wissen weshalb wir immer nü1=1 haben, wenn wir Fkrit nachschauen?
also mal schauen:
F_Krits mit 5% sind bei der ANOVA auch ungerichtet => ursprünglich hat die t/z-VErteilung ja sowohl links als auch rechts zB 2,5%..... wenn man jetzt Chi_^2 berechnet rutscht alles auf die positive seite. deshalb hat man dort und beim F-Wert beim zweiseitigen test ein alpha von 5% (und statt F_krit(5%) kann man bei kontrasten ja auch t(2,5%) nehmen für ungerichteten test)
- ich würde sagen auch inhaltlich ungerichtete hypothesen sind möglich..... mit richtung war dann vielleicht eher die allgemeine tendenz gemeint /zB linear oder so)
- nü_1 ist immer eins, weil wir oben eine differenz haben, die man sich vorstellen kann wie einen 2-gruppen-t-test: man testet alle negativen (gepoolt) gegen alle positiven (gepoolt) => bei 2 "Gruppen" hätte man also 1 df

(ich hoffe das hilft; kontrastkodierung ist ne seltsame sache und schwer zu erklären find ich ;-) )
Anny schrieb:
2. Zum Scheffé-Test: Testen wir immer inhaltlich ungerichtet oder geht das auch gerichtet?
naja, bei so einem hypothesenlosen post-hoc test sollte man ungerichtet testen, man erwartet ja eigentlich nichts..... rein mathematisch gehts natürlich auch gerichtet, meiner meinung nach aber sinnlos
Anny schrieb:
3. Und noch eine Frage zur Alpha-Inflation:
Bei der einfaktoriellen ANOVA haben wir ja keine Alpha-Inflation im Gegensatz zu multiplen t-Test, da wir alle Tests sozusagen gleichzeitig in einer ANOVA rechnen. Weshalb haben wir denn dann bei einer mehrfaktoriellen ANOVA Alpha-Inflation und müssen eine Bonferoni-Korrektur machen? Ist das so, weil wir auch mehrere Hypothesentests rechnen für jeden Haupteffekt und alle Wechselwirkungen?
genau, bei 2 faktoren hätten wir 2 HEs und 1 WW => 3 Tests. Das geht noch, normalerweise kümmert man sich da nicht um eine korrektur
bei zB 7 faktoren wirds halt enorm mit der anzahl der test (und nicht interpretierbar)

kleiner kommentar am rande, ohne gewähr:
diese ansicht, dass man bei mehrfaktoriellen ANOVAs korrigieren sollte teilt übrigens nicht jeder: zumindest im 3. semester hieß es mal, dass die korrektur nicht nötig sei (denn eigentlich sind die effekte ja per definition unabhängig)
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